Stellungnahme zum Innovaplan-Gutachten

Sehr geehrter Herr Bruse,

Ihrer Anregung folgend haben wir die Inovaplan-Studie von 1999 zur Neukonzeption des Bus-Netzes in Erlangen aus Sicht des Altstadtforums bewertet und beziehen zum Planungsfall A (Kurzfristige Umsetzung) wie folgt Stellung:

Vorbemerkung:
Das Altstadtforum hat 2001 in seinen „Leitlinien für eine lebenswerte, attraktive und zukunftsfähige Erlanger Altstadt“ sehr ausführlich zum Thema Verkehr Stellung bezogen und die positive Leistung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) herausgestellt.
Dabei wurde aber auch auf folgenden, speziell in der Altstadt vorherrschenden Zielkonflikt hingewiesen: „Einerseits ist eine rein quantitative Verbesserung beim bestehenden ÖPNV nicht machbar (siehe Probleme Goethestraße). Schon jetzt stellt der ÖPNV in einigen Bereichen der Altstadt eine unzumutbare Belastung dar. Andererseits stellt der ÖPNV eine wichtige Alternative für den zu starken MIV in der Altstadt dar.
Anders formuliert: Aus Sicht des Einzelhandels und der Gaststätten sind nahegelegene Bushaltestellen, die mit sehr engem Takt bedient werden, wünschenswert. Aus Sicht mancher AnwohnerInnen ist der ÖPNV-Anschluss ebenfalls wichtig, eine übergroße Zahl von Buslinien in Wohnstraßen, wie der Goethestraße, aber wünscht man sich nicht.
Dieser Interessenlage folgend wurde auf den Seiten 10-18 unserer Broschüre „Leitlinien für eine lebenswerte, attraktive und zukunftsfähige Erlanger Altstadt“ dargestellt, dass zur Verkehrsberuhigung der Motorisierte Individualverkehr (MIV) auf den notwendigen Verkehr zu reduzieren ist und Parallelverkehr von OVF- und Stadtbussen optimiert werden sollte.


Stellungnahme zur Inovaplan-Studie von 1999 (Planungsfall A: Kurzfristige Umsetzung)
Wir begrüßen diese Studie als wichtigen Denkansatz mit einer Reihe von positiven Anregungen, insbesondere die Vereinfachung der Netzstruktur und die bessere Anbindung des Busnetzes an den Schienenverkehr (SPNV). Andererseits ist zu sagen, dass in der Bestandsaufnahme zwar von Verbindungsqualität gesprochen wird, aber eine konsequente Verbindung des OVF- und des Stadtnetzes mit gesicherter Umsteigequalität noch aussteht; selbst innerhalb des Stadtnetzes fehlt diese gesicherte Umsteigequalität.
Generell ist zu sagen, dass der von uns angesprochene Zielkonflikt nicht zu aller Zufriedenheit aufgelöst wird, sondern nur Prioritäten verschoben werden. Deutlich wird dies z.B. an dem Vorschlag, die Linie 287 vom Schlachthof kommend nicht mehr über den Martin-Luther-Platz, sondern über Thalermühlstraße und Großparkplatz direkt zur Hauptpost zu führen. Aus Sicht der AnwohnerInnen der Goethestraße ist die Entlastung um 100 bzw. 320 Busse (bei Umsetzung aller Vorschläge) positiv. Ebenso ist eine schnellere Verbindung vom Stadtwesten zum Bahnhof und zur Hauptpost begrüßenswert. Im Gegenzug wäre die Altstadt aber schlechter zu erreichen durch die Verringerung der Fahrtenzahl, während der Spätverkehrszeit müssten die Fahrgäste sogar umsteigen oder Umwegsfahrten auf sich nehmen - für die Geschäftsleute in der Altstadt eine deutliche Verschlechterung ihrer Situation.


Resümee: Mediationsverfahren ist anzustreben
Das Altstadtforum sieht in der Inovaplan-Studie zur Neukonzeption des ÖPNV-Netzes in Erlangen von 1999 einen guten Denkansatz für eine Mediation.

Eine im Sinne der ÖPNV-Fahrgäste, der Lebensqualität in ganz Erlangen, aber auch im Interesse der Altstadt optimierte Gestaltung von ÖPNV-Netz und ÖPNV-Taktfahrplan halten wir nur dann für erreichbar, wenn ein professionell vorbereitetes Mediationsverfahren die Bedürfnisse aller Betroffenen, also auch die der Altstadt, an die Nahverkehrsplaner heranträgt.

Mit freundlichen Grüßen

Altstadtforum Erlangen

Buskonzept

Mit Schreiben vom 29. Dezember 2003 bittet das Altstadtforum um Beteiligung bei einer geplanten Überarbeitung des Buskonzeptes.

Daraufhin erfolgt eine Einladung einiger Vertreter des AF zu einem Gespräch mit dem Planungsamt. Es wird beschlossen, das das AF eine Stellungnahme zum Buskonzept von 1999 (Innova-Plan) erarbeitet.

Zur Stellungnahme